Archiv der Kategorie Tipps & Tricks

Sicherstellen hoher Verfügbarkeit in Microsoft Exchange Server 2010

Postfachdatenbanken und die darin enthaltenen Daten sind für jede Exchange-Organisation äußerst wichtig. Um die hohe Verfügbarkeit von Postfachdatenbanken zu gewährleisten, bot Exchange 2007 verschiedene Replikations- und Clusterbildungsoptionen, darunter fortlaufende lokale Replikation, Einzelkopiecluster und Postfachclusterserver.

Exchange Server 2010 zeichnet sich durch einen völlig anderen Ansatz zur Erreichung hoher Verfügbarkeit aus, weil hohe Verfügbarkeit bereits in die Kernarchitektur integriert wurde. Daraus ergibt sich eine Komplettlösung, die Dienstverfügbarkeit, Datenverfügbarkeit und automatische Wiederherstellung bietet. Ergebnis ist, dass eine zentrale Hochverfügbarkeitslösung die vielen verschiedenen Lösungen ersetzt, die zuvor verwendet wurden. Diese Lösung heißt Database Availability Group (DAG).

Quelle: Technet-Magazin Hochverfügbarkeit unter Exchange Server 2010

Restore Exchange 2003-Postfächer und Konten mit Mbconn.exe

Die Hoffung, dass jeder Exchange Administrator seine Umgebung vorschriftsmäßig sichert, bleibt in aller Regel erfüllt. Zu wichtig sind die Daten der E-Mailpostfächer für ein Unternehmen. In diesem Workshop stellen wir uns aber mal eine andere Situation vor, nämlich dass zwar die Exchange Datenbanken sauber und erfolgreich gesichert worden sind, aber - aus welchen Gründen auch immer – die Situation eintritt, dass das Active Directory mit allen Benutzerkonten „verloren“ ging. Das kann nicht sein sagen Sie? Oh doch, auch das durfte ich in meiner langjährigen Tätigkeit tatsächlich schon mehrfach erleben, - leider.

Wie auch immer, dieser Beitrag zeigt auf, wie man aus einer Postfachdatenbank eines Exchange Server 2003 die zu den Postfächern gehörenden Benutzerkonten restaurieren kann, um nicht alle Konten von Hand neu anlegen zu müssen. Sicher wären die folgenden Schritte auch ein Weg für eine Umgebung mit wenigen Benutzern/Postfächern.

  • Active Directory neu aufsetzen und Konten neu anlegen
  • Exchange Server neu installieren
  • Postfachspeicher-Datenbank aus Sicherung einspielen
  • Jedes Postfach mit einem Benutzerkonto wiederverbinden

Gehen wir nun aber mal davon aus, dass wir die Benutzerkonten nicht alle kennen und uns die viele Handarbeit schenken wollen. Exchange 2003 speichert zu den Postfächern auch Daten über die zugeordneten Benutzerkonten aus dem AD. Diese Tatsache machen wir uns in diesem Workshop zu Nutze.

Microsoft Support bietet dazu ein Tool, welches bis Exchange 2000 auch auf der CD unter Support\Tools mitgeliefert wurde: Mbconn.exe. Leider wird das Tool nicht mehr mit Exchange 2003 ausgeliefert, obwohl es auch in dieser Version prima funktioniert. Sie können das Tool direkt downloaden:

ftp://ftp.microsoft.com/PSS/Tools/Exchange%20Support%20Tools/MBConn/

Der erste Schritt für die erfolgreiche Wiederherstellung der verwaisten Postfächer ist nun die Postfachdatenbank aus der Datensicherung zurück zu holen und an einem neuen Exchange Server bereit zu stellen.

Hinweis:
Eine Exchange Server Datenbank kann jederzeit an einem anderen Exchange Server bereit gestellt werden, sofern der Name der Organisation und der administrativen Gruppe identisch sind. Sollten Sie nicht oder nicht mehr wissen, wie die genaue Bezeichnung der Exchange Organisation und der entsprechenden administrativen Gruppe war, können Sie das mit dem nachfolgenden Befehl direkt aus der Datenbank extrahieren.

D:\Exchange\MDBData> find “/ou=” priv2.edb

Nun erhalten Sie eine lange Liste der LegacyExchangeDN, aus der Sie eindeutig den Org- und Admingroup-Namen erkennen können. (z.B.)

/o=YOUR-ADMIN/ou=Erste administrative Gruppe/cn=Recipients/cn=Hans.Meier

Mit diesen Angaben können wir nun problemlos im neuen Active Directory eine neue Exchange Organisation sowie Exchange Server installieren, die den Namen entsprechen, die für die zurück zu sichernde Postfach-Datenbank entscheidend sind. Abschließend zeigt  ein Blick mit dem System Manager unter Postfachspeicher – Postfächer – alle Postfächer dieser Datenbank an, natürlich versehen mit dem „roten Kreuz“ für „abgehängtes“ Postfach. (Bild 1)

 restore-ad-accounts-from-edb-bild-1.gif

Diese Daten der abgehängten Benutzer in dem betreffenden Postfachspeicher machen wir uns nun mit Hilfe des Tools „Mbconn.exe“ zu Nutze. Dazu starten wir das Tool und verbinden uns im ersten Dialog mit dem betroffenen Exchange Server und einem erreichbaren Globalen Katalog. (Bild 2)

MBConn 

Im nächsten Schritt wird der betreffende Postfachspeicher ausgewählt: (Bild 3)

restore-ad-accounts-from-edb-bild-3.gif 

Das Tool listet nun alle abgehängten Postfächer dieses Stores auf (Bild 4).  

restore-ad-accounts-from-edb-bild-4.gif 

Über den Menüpunkt ACTIONS – EXPORT USERS erstellen wir im nächsten Schritt eine LDF-Datei, mit dessen Hilfe wir die benötigten Benutzerkonten per LDIFDE im Active Directory anlegen lassen. Dabei muss zwingend eine OU des Active Directories als Ziel für die zu erzeugenden Benutzerkonten angegeben werden. (Bild 5)

restore-ad-accounts-from-edb-bild-5.gif 

Durck Klick auf die Schaltfläche „Generate“ wird im angegebenen Verzeichnis eine LDF-Datei erzeugt, deren Inhalt per Editor bei Bedarf auch noch nachbearbeitet werden kann.

dn: CN=Lindermeier\, Robert,OU=Benutzer,DC=Your-Admin,DC=intern
changetype: add
UserAccountControl: 66048
msExchUserAccountControl: 0
displayName: Lindermeier, Robert
objectclass: user
samAccountName: RLINDERMEIER

Die zuvor angelegte LDF-Datei wird nun als Vorlage für den Benutzerimport verwendet. Der nachfolgende Befehl erzeugt daraufhin in der angegebenen OU die benötigten Konten.

C:\Temp> ldifde -i -f c:\temp\Users-to-recreate.ldf

Hinweis:
Sollte folgender Fehler auftreten:

Fehler in Zeile 1: Ausführung verweigert
Serverseitiger Fehler: “1325″

  • Löschen Sie bei dem Benutzerkonto die Zeile UserAccountControl: xxxxx.

Der abschließende Schritt ist nun, die verwaisten Postfächer mit den neu erzeugten Benutzerkonten zu verbinden. Dazu kann das Tool Mbconn.exe verwendet werden. Im Tool Mailbox Reconnect klicken wir im Menü ACTIONS – PREVIEW ALL um für alle Postfächer das zugeordnete Konto zu finden. (Bild 6)

restore-ad-accounts-from-edb-bild-6.gif 

Alle Konten werden nun den Postfächern zugeordnet und im Active Directory wieder verbunden. Dazu wählen wir das Kommando ACTIONS – APPLY. (Bild 7)

restore-ad-accounts-from-edb-bild-7.gif 

Eine abschließende Meldung gibt Aufschluss über den Erfolg der Aktion. Natürlich könnte man auch die Postfächer über den Exchange System Manager einzeln zuordnen, aber das Tool macht die Angelegenheit natürlich einfacher, vor Allem lassen sich damit in einem Zug eine ganze Liste an Postfächern wieder verbinden.

Anmerkung:
Das Tool kann sowohl in Exchange 2000 als auch Exchange 2003 Umgebungen verwendet werden, jedoch nicht mehr unter 2007. Diesen Vorgang beschreibe ich in einem der folgenden Beiträge.

 

Outlook Erweiterte Suche um Abfrage-Generator erweitert // AND-Verknüpfung bei Suche

Mit Microsoft Outlook können in der Erweiterten Suche mehrere Suchbegriffe eingegeben werden, die jedoch nur mit einem “OR” (logisches ‘ODER’) verknüpft werden. Dies führt oft nicht zum gewünschten Ergebnis, daher wäre eine AND-Verknüpfung  durchaus sinnvoll.

Dies zu realisieren ist über einen Reg-Key möglich:

Hier erstellt man im Pfad HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\[Office-Version]\Outlook
den Schlüssel QueryBuilder.

Nun zeigt die Erweiterte Suche den Reiter Abfrage-Generator. Darin ist nun auch eine AND-verknüpfte Suche möglich.

Erweiterte Suche mit Abfragegenerator für Outlook

Relaying über Exchange Server 2007 erlauben

Neue Server, neue Vorgehensweisen!

Viele Administratoren kennen die Anforderung, dass „Nicht-Exchange-SMTP-Server“ über den Exchange Server Ihre E-Mails nach Extern versenden wollen, da es diesen Systemen oft nicht erlaubt ist, direkten Zugriff ins Internet zu erhalten.

In Exchange 2003 musste man dabei „lediglich“ die betreffende IP-Adresse beim SMTP-Server (Bild 1) eintragen, damit das „Relayen“ erlaubt wurde.

 it-administrator-01-2009-bild1.GIF

Ansonsten nimmt ein Exchange Server nur E-Mails an Empfänger an, für die er auch zuständig ist. Dies hat sich auch bei Exchange 2007 nicht geändert, denn die Funktion der Empfängerrichtlinien aus Exchange 200x ist in die Funktion „Akzeptierte Domänen“ übergegangen. Damit wird dem Exchange 2007 Server mitgeteilt, welche Domänen er anzunehmen hat bzw. darf.

Seit Exchange 2007 ist die ganze Angelegenheit des externen Relaying nicht mehr ganz so trivial wie in Exchagne 2000x. Die virtuellen SMTP Server wurden vollständig durch den Exchange Transport Service ersetzt und Sende- und Empfangsconnectoren übernehmen nun die Arbeit des früheren SMTP-Dienstes.

Wie in früheren Versionen erlaubt ein Exchange 2007 Server Relaying, wenn man sich erfolgreich authentifiziert. Oft ist dies aber nicht gewollt bzw. umständlich einzurichten und zu pflegen.

Um nun ohne Anmeldung über einen 2007er zu relayen, bedient man sich am geschicktesten eines Empfangs-Connectors der auf einer zusätzlichen IP-Adresse basiert und entsprechend konfiguriert werden kann.

Über die Verwaltungshell erstellen wir unter Serverkonfiguration – Hub-Transport einen neuen SMTP-Empfangsconnector mit folgenden Angaben:

Name:                Relaying nach Extern
Verwendung:    benutzerdefiniert
Lokale IP:          Hier geben Sie auf dem Exchange Server zusätzlich definierte IP an
FQDN:               Einen DNS-Eintrag definieren, wie z.B. mailrelay.your-admin.intern
RemoteIP:        Entspricht der(n) IP-Adresse(n) des(r) Sender(s) (Relayer)

Hinweis:
Alternativ könnte auch mit einem anderen TCP-Port auf derselben IP-Adresse gearbeitet werden, wenn das Sendesystem dies unterstützt.

Nachdem der Empfangsconnector erstellt worden ist, sollten sämtliche Sicherheitsmechanismen wie TLS, Standardauthentifizierung etc. abgeschaltet (Bild 2) und als Berechtigungsgruppen lediglich „Anonyme Benutzer“ aktiviert sein. (Bild 3)

it-administrator-01-2009-bild2.GIF

 it-administrator-01-2009-bild3.GIF

Nun nimmt der Connector zwar Mails von anonymen Sender an, aber er erlaubt noch nicht das Weiterleiten nach Extern. Dazu muss nun noch in der Exchange Verwaltungsshell folgender Befehl eingegeben werden:

Get-ReceiveConnector “Relaying nach Extern”| Add-ADPermission -User Anonymous-Anmeldung” -ExtendedRights ms-Exch-SMTP-Accept-Any-Recipient”

Key Facts Exchange Server 2010

Nachdem ich nun ein paar Wochen mit dem Exchange Server in der aktuellen Beta rumgespielt habe, ist es an der Zeit hier mal in Stichpunkten die gravierendsten Änderungen bzw. Neuerungen - die Facts eben - zum Besten zu geben. Was ist neu?

  • Einführung Active Directory Rights Management im Zusammenhang mit E-Mails und Transportregeln
  • Erweiterte Disclaimer-Funktionalität, bei der nun auch Hyperlinks, HTML-Formatierungen, Bilder und AD-Attribute verwendet werden können
  • Neues rollenbasiertes Berechtigungskonzept
  • Es gibt KEINE Speichergruppen mehr!!!
  • Single Copy Cluster und Local Continuous Replication entfallen künftig
  • Einführung von Database Availability Groups, bei der eine Mailbox-Datenbanken bis zu 16 Kopien auf verschiedenen Servern haben kann. (Failover)
  • Entkoppelung von Postfachspeichern und Exchange Servern
  • Weiterer Ausbau von Outlook Web Access mit
    – Nachrichtenfilter
    – Nachrichten anhängen
    – Integration Office Communicator
    – Senden und Empfangen von SMS
  • Neues Web-Management-Interface für Exchange 2010

Weitere Erfahrungsberichte werden (hoffentlich) folgen …

Update Rollup 8 für Exchange 2007 Service Pack 1 verfügbar

Das Update Rollup Nummer 8 für Exchange Server 2007 mit Service Pack 1 ist verfügbar. Update Rollups sind kumulativ, d.h. die Rollups 1-7 müssen nicht zuvor installiert werden, falls ein Exchange Server 2007 neu aufgesetzt wird.

Folgende Fixes sind u.a. in diesem Rollup enthalten:

  • DSN-Problem mit Konten, welche nicht im Adressbuch auftauchen
  • Fehler in Kernel Mode Authentifizierung für Windows Server 2008
  • X-header in “Named Properties” ergänzt
  • In 3rd-Party Webbrowsern ist im Outlook Web Access die Schrift nun deutlicher

Eine Liste aller Änderungen ist hier zu finden,

der Download wird hier bereitgestellt.

“Seiteneffekt” des Updaterollup 7 für Exchange 2007

Wer den Updaterollup 7 für Exchange Server 2007 Service Pack #1 eingespielt hat wird sicherlich einen “unschönen” Seiteneffekt feststellen, wenn intern Unzustellbarkeitsnachrichten vom System geschickt werden. Deren “Absendeadresse” hat sich von Microsoft Exchange auf  die SMTP-Adresse incl. GUID der Systemaufsicht geändert. Dies hat Microsoft heute mit einem KB-Artikel 969690 bestätigt und angekündigt, dass man das in einem der folgenden Rollups wieder “verbessern” will.

(Delivery notifications will not show the display name (”Microsoft Exchange”) as the “From” address.  Instead, it will have the SMTP address of the system attendant and this address will include the associated GUID.)

Tipp:
Man kann mit dem Shell-Cmdlet “Set-OrganizationConfig - Parameter: MicrosoftExchangeRecipientEmailAddresses” die Absenderadresse auch auf ein “ansehnliche” SMTP-Adresse ändern. Aber Vorsicht, es darf keine SMTP-Adresse sein, die bereits für ein Postfach vergeben ist!

Exchange Server Remote Connectivity Analyzer

Wir alle kennen das Problem, wenn ein Exchange Server installiert wurde und nun die Testphase ansteht. Das MS Exchange-Team hat nun ein Tool dafür geschaffen, welches unter https://www.TestExchangeConnectivity.com verfügbar ist und folgende Optionen für Zugriffs- und Funktionstests bietet:

  • Exchange ActiveSync mit Windows Mobile 5
  • Exchange ActiveSync mit Windows Mobile 6.x
  • Exchange ActiveSync mit 3rd-Party-Geräten (z.B. Nokia Mail for Exchange)
  • Outlook Anywhere (RPCoverHTTP) mit Outlook 2003
  • Outlook Anywhere (RPCoverHTTP) mit Outlook 2007
  • Eingehende SMTP-Nachrichten

ex-rem-conn-analyzer.JPG

Hinweis:
- Benutzung wie immer auf eigene Gefahr
- Das Tool ist noch im Beta-Stadium

Aber äußerst hilfreich :)

SMTP-Logging des Exchange Server 2003 im Detail

Die Suche nach dem Verbleib von gesendeten oder empfangenen Nachrichten ist eine der Haupttätigkeiten eines Exchange Administrators. Oftmals wird an den Support die Frage herangetragen, warum eine bestimmte Nachricht nicht eingegangen ist bzw. nicht an den Empfänger weitergeleitet worden ist. Hier muss nun auf die Suche gegangen werden um den Verbleib der Nachricht zweifelsfrei zu klären, und wenn auch nur um den Grund für eine Nichtübermittlung festzustellen und abzustellen.

Dem Exchange Admin stehen hierfür diverse Hilfsmittel zur Verfügung. Zum Einen ist das der Exchange System Manager mit dem integrierten Nachrichten-Tracking-Modul, zum Anderen das ausführlichere Protokoll des SMPT-Servers. Per Default ist dieses jedoch nicht aktiviert und muss speziell angeschaltet werden. Der SMTP-Server unter Exchange Server 2003 – ganz im Gegensatz zum SMTP-Transportstack des Exchange Server 2007 – ist Teil des Windows Servers 2003 und wird im Zuge der Installation von Exchange Server 2003 unter dessen Kontrolle gestellt.

Es gibt Organisationen, die alleinstehende Windows Server 2003 mit eingerichtetem SMTP-Dienst als SMTP-Relay intern oder in der DMZ einsetzen, oftmals mit installiertem Spam- und/oder Antivirenschutz. Für diese Systeme gilt, dass auch darauf das SMTP-Logging zur Analyse des Nachrichtenverkehrs aktiviert werden kann. Allerdings befinden sich hier die Optionen unter dem IIS-Management. Selbstverständlich sei erwähnt, dass auch oftmals andere SMTP-Relays wie Postfix, sendmail, etc. im Einsatz sind. Auch darauf ist in der Regel ein ausführliches SMTP-Logging möglich.

Wie aber wird das SMPT-Logging unter 2003 aktiviert. Dazu beschränken wir uns in diesem Workshop auf den Betrieb eines SMTP-Dienstes unter Exchange Server 2003. Die Aktivierung wird über den Exchange System Manager durchgeführt. Öffnen wir unter ORGANISATION – SERVER – SERVERNAME – PROTOKOLLE – SMTP die Eigenschaften des betreffenden virtuellen SMTP-Servers.

07-2007-artikel-bild-01.JPG

Setzen wir nun das Häkchen neben Protokollierung aktivieren und wählen das Protokollformat „W3C-erweitert“. Dieses Format ermöglicht das Logging aller notwendigen Informationen, die wir später zur Analyse benötigen. Über die EIGENSCHAFTEN definieren wir nun explizit, welche Detailinformationen wir aufgezeichnet haben möchten, in diesem Fall wählen wir Alle.

07-2007-artikel-bild-02.JPG

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Optionen Protokollzeitplan und das Verzeichnis des Logs. Sinnvollerweise übernehmen wir die Einstellung „Täglich“ und wählen ein Verzeichnis mit ausreichend Speicherplatz, da die Protokolle je nach Nachrichtenverkehr mehrere MBytes an Größe annehmen können. Über Erweitert wählen wir nun alle gewünschten Eigenschaften, die wir aufgezeichnet haben möchten. Nachdem wir alles bestätigt haben, restarten wir am Besten den gesamten SMTP-Dienst unter Windows um die Protokollierung zu aktivieren.

Nachdem die ersten Nachrichten durch den Server gegangen sind, finden wir im angegebenen Verzeichnis das aktuelle Protokoll und können dieses mit einem beliebigen Text-Editor analysieren. Hier nun ein Beispiel, das über einen gesamten SMTP-Vorgang Auskunft gibt.

2007-05-01 07:19:13 xxx.xxx.xxx.204 mail.domain.com SMTPSVC1 YAEX02 192.168.1.201 0 EHLO - +mail.domain.com 250 0 314 23 297 SMTP - - - -
2007-05-01 07:19:13 xxx.xxx.xxx..204 mail.domain.com SMTPSVC1 YAEX02 192.168.1.201 0 MAIL - +FROM:<mailings@domain.com> 250 0 45 32 0 SMTP - - -
2007-05-01 07:19:13 xxx.xxx.xxx..204 mail.domain.com SMTPSVC1 YAEX02 192.168.1.201 0 RCPT - +TO:<info@your-admin.com> 250 0 0 29 296 SMTP - - - -
2007-05-01 07:19:13 xxx.xxx.xxx..204 mail.domain.com SMTPSVC1 YAEX02 192.168.1.201 0 BDAT - +<4bb61e2469ed4498776856d0e23bc659@daa30085app019> 250 0 87 2545 78 SMTP - - - -
2007-05-01 07:19:14 xxx.xxx.xxx..204 mail.domain.com SMTPSVC1 YAEX02 192.168.1.201 0 QUIT - mail.domain.com 240 1610 68 4 0 SMTP - - - -

Man kann in obigem Auszug deutlich erkennen, dass jeder einzelne Schritt eines SMTP-Eingangs am Server YAEX02 aufgezeichnet worden ist.

Hierbei ist besonders zu beachten, dass Microsoft im Zuge einer globalen Einheitlichkeit der SMTP-Protokolle die Uhrzeit stets in der GMT-Zeit protokolliert, erst der System Manager „übersetzt“ diese normalerweise in die lokal gültige Zeit.

Sollten nun im Rahmen einer SMTP-Vorganges Fehler auftreten, so sind diese deutlich im Protokoll zu erkennen. Auch diverse Suchen in der Log-Datei bzw. Imports in Programme wie Excel zur weiteren Verarbeitung sind möglich. Wer das Logging an zentralen Verteilpunkten in der Exchange Organisation mit hohem bis sehr hohem SMTP-Aufkommen aktivieren möchte, dem steht auch frei das Logging per ODBC-Schnittstelle direkt in eine SQL-Datenbank zur späteren Auswertung zu ermöglichen. Wählen Sie hierzu lediglich das entsprechende Protokollformat.

Exchange Datenbanken offline defragmentieren

Der Exchange Server nutzt in allen Versionen sogenannte ESE (Extensible Storage Engine) Datenbanken um Informationen abzuspeichern. Der Aufbau und die Struktur der Exchange Datenbanken hat sich seit der ersten Version 4.0 nur unwesentlich verändert. Mit Einführung von Exchange Server 2000 hat Microsoft der eigentlichen Datenbank mit der Endung EDB einen zusätzlichen Speicher mit der Endung STM, der Streaming „Datenbank“ zur Seite gestellt. Allerdings hat man diese STM-Datenbank in der aktuellen Version Exchange 2007  wieder aufgegeben.

Die Grundtechnologie der Datenbank, die Daten in 4 KB-Blöcken innerhalb der Datenbank abzulegen, führt ähnlich einem Dateisystem unweigerlich im Laufe des Betriebs zu einer Defragmentierung. Je länger die Datenbank in Betrieb ist, desto größer ist also die Wahrscheinlichkeit, dass eigentlich inhaltlich zusammenhängende Datenblöcke nicht mehr optimal hintereinander abgelegt werden können bzw. abgelegt sind. Microsoft hat dieses Problem bereits von Beginn an adressiert und mit der Online-Defragmentierung im Maintenance-Fenster Abhilfe geschaffen (Wartungsintervall).

 052007-bild2.GIF

Allerdings ist eine Online-Defragmentierung eben nicht in der Lage die Datenbankgröße (Dateigröße) zu reduzieren, sondern optimiert lediglich die Anordnung der zusammenhängenden Blöcke innerhalb der Datenbank. Eine Exchange Datenbank kann im laufenden Betrieb solange der Datenträger es hergibt zwar jederzeit wachsen, jedoch ist eine Reduzierung der Dateigröße der Datenbank im laufenden Betrieb unmöglich. Löschen wir nun beispielsweise eine Reihe von Postfächern vollständig von unserem Exchange Server, so wird deren Speicherplatz zwar intern freigegeben, aber die Dateigröße muss „von Hand“ freigegeben werden.

Microsoft stellt hierfür das Tool ESEUTIL zur Verfügung, das bereits mit dem Exchange Server ausgeliefert wird. ESEUTIL stellt eine Reihe von Funktionen, wie Datenbankprüfungen und Datenbankreparatur-Mechanismen, bereit. Wir wollen uns in unserem Workshop lediglich auf die Offline-Defragmentierung konzentrieren.

 ESEUTIL /d <database name> [options]

Die Offline-Defragmentierung setzt voraus, dass zumindest der betroffene Postfachspeicher oder Öffentliche Informationsspeicher nicht bereitgestellt ist. ESEUTIL liest die Datenbank aus und kopiert die Einträge in eine temporäre Datenbank. Abschließend wird die Originaldatenbank gelöscht und durch die temporäre Datenbank ersetzt. In der neuen Datenbank sind alle Einträge optimal geordnet und die Datei belegt auf dem Datenträger nur noch den letztlich notwendigen Speicherplatz. Wir müssen hier nun aber beachten, dass auf jeden Fall genügend freier Platz auf dem Datenträger für die temporäre Datenbank verfügbar sein muss. Daher auch die Empfehlung von uns Profis: „Halten Sie immer mindestens soviel Speicherplatz auf dem Datenträger frei, die der Größe der größten Exchange-Datenbank entspricht“. Ein Puffer sollte selbstverständlich noch eingerechnet werden, damit die Datenbank im Betrieb auch wachsen kann.

Wann ist denn nun eine Offline-Defragmentierung notwendig? Hier ist zum Einen das Beispiel mit der Löschung oder dem Verschieben von Postfächern zu nennen, zum Anderen sollte der Exchange Administrator auch die entsprechenden Hinweise von Exchange selbst beachten. Der Exchange Server meldet nach abgeschlossener Online-Defragmentierung über die Ereignisanzeige (Anwendung) mit der ID 1221 die Größe des freien Speicherbereiches. Damit entscheiden wir selbst, ob und wann der Einsatz von ESEUTIL notwendig wird.

052007-bild1.GIF

ESEUTIL findet sich in Exchange 2000 und Exchange 2003 im Ordner “[Lw]:\ Exchsrvr/Bin”. Für den Aufruf direkt auf dem Datenträger der Datenbanken ist es sinnvoll, diesen Pfad in die Umgebungsvariable PATH aufzunehmen. Der Aufruf ESEUTIL zeigt die verschiedenen Optionen des Tools an. Um nun z.B. den Standard Privaten Informationsspeicher eines Exchange Servers zu defragmentieren starten wir ESEUTIL mit der Option /D sowie dem zugehörigen Dateinamen der Datenbank direkt aus dem Verzeichnis MDBDATA. Über die Optionen kann auch der direkte Pfad zur Datenbank oder ein anderen Ort für die temporäreren Dateien angegeben werden.

D:\exchsrvr\mdbdata>eseutil /d priv1.edb

Microsoft(R) Exchange Server Database Utilities
Version 6.5
Copyright (C) Microsoft Corporation. All Rights Reserved
.

Folgende Fehlermeldung bedeutet, dass die Datenbank noch gemountet ist und daher die Bereitstellung zuvor aufgehoben werden muss.

Error: Access to source database ‘priv1.edb’ failed with Jet error -1032

Auch wenn beim Aufruf nur die Endung EDB angegeben wird, erzeugt das Tool während des Durchlaufes auch eine neue STM-Datei.

Initiating DEFRAGMENTATION mode…
Database: priv1.edb
Streaming File: priv1.STM
Temp. Database: TEMPDFRG6700.EDB
Temp. Streaming File: TEMPDFRG6700.STM

Defragmentation Status (% complete)

0    10   20   30   40   50   60   70   80   90  100
|—-|—-|—-|—-|—-|—-|—-|—-|—-|—-|
………………………………………………………

Moving ‘TEMPDFRG6700.EDB’ to ‘ priv1.edb’… DONE!

Moving ‘TEMPDFRG6700.STM’ to ‘ priv1.stm’… DONE!

Note:
It is recommended that you immediately perform a full backup
of this database. If you restore a backup made before the
defragmentation, the database will be rolled back to the state
it was in at the time of that backup.

Operation completed successfully in 56.125 seconds.

Wie an diesem Beispiel erkennbar, werden wir permanent über den Fortschritt der Operation informiert. Zum Abschluss ersetzen die temporären Dateien die Originaldatenbank und anhand der Dateigrößen können wir den Erfolg messen.

Wo ist das Risiko? Sicherlich stellt sich jeder Administrator diese Frage. Allerdings ist das Risiko bei dieser Vorgehensweise äußerst gering, denn während der Defragmentierung auftretende Fehler führen nicht zum Datenverlust, da die Originaldatenbank bis zum Schluß verfügbar bleibt. Selbstverständlich sollte man stets zuvor eine vollständige Datensicherung durchgeführt haben. Die sprichwörtliche Angst vor solchen, tiefgreifenden Operationen kann dem Administrator natürlich nicht ganz genommen werden, aber wer wie ich bereits solche Aktion zu Hunderten durchgeführt hat, der darf von einer „sicheren“ Aktion sprechen.